Sulfamic acid

H3NO3S

sulfamic acid

CAS5329-14-6
GHS07 Gefahrensymbol: Gesundheitsschädlich/Reizend – Ausrufezeichen
Warning

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Identifikation

CAS-Nummer
5329-14-6
EG-Nummer
226-218-8
UN-Nummer
2967
Index-Nummer
016-026-00-0
PubChem CID
5987

Physikalisch-chemische Eigenschaften

Summenformel
H3NO3S
Molare Masse
97.10 g/mol
IUPAC-Name
sulfamic acid

Chemische Identifikatoren

InChI
InChI=1S/H3NO3S/c1-5(2,3)4/h(H3,1,2,3,4)
InChI Key
IIACRCGMVDHOTQ-UHFFFAOYSA-N

Überblick

Sulfaminsäure (CAS 5329-14-6) ist eine kristalline anorganische Säure mit starken sauren Eigenschaften und ausgezeichneter Wasserlöslichkeit. Sulfaminsäure, auch unter der IUPAC-Bezeichnung sulfamic acid bekannt, stellt eine wichtige anorganische Verbindung in der chemischen Industrie dar. Mit der Summenformel H3NO3S und einer Molmasse von 97,1 g/mol präsentiert sich diese Substanz als weißes, kristallines Pulver, das sich durch seine hohe Stabilität und ausgezeichnete Löslichkeit in Wasser auszeichnet. Die Verbindung gehört zur Klasse der Aminosulfonsäuren und zeichnet sich durch ihre einzigartige Kombination aus sauren und aminischen Eigenschaften aus. Aus sicherheitstechnischer Sicht ist Sulfaminsäure gemäß GHS-Klassifizierung als haut- und augenreizend eingestuft (Skin Irrit. 2; Eye Irrit. 2) und trägt das Warnsignal "Warning" mit dem Piktogramm GHS07. Die ADR-Klassifizierung als Klasse 8 kennzeichnet sie als ätzenden Stoff, was entsprechende Vorsichtsmaßnahmen bei Handhabung und Transport erfordert. Zusätzlich weist sie eine chronische Gewässergefährdung (Aquatic Chronic 3) auf. Die industriellen Anwendungen von Sulfaminsäure sind vielfältig und umfassen primär die Verwendung als Entkalkungsmittel in der Reinigungsindustrie, als Katalysator in der organischen Synthese sowie als Flammschutzmittel-Additiv. Im Gegensatz zu anderen organischen Säuren wie Nonansäure oder Decansäure bietet Sulfaminsäure den Vorteil der nicht-korrosiven Eigenschaften gegenüber den meisten Metallen bei gleichzeitig hoher Reinigungseffizienz. OYSI bietet Sulfaminsäure in verschiedenen Qualitätsgraden für diverse industrielle Anwendungen an.

Sicherheit & Klassifizierung

Achtung
Einstufung:

Skin Irrit. 2; Eye Irrit. 2; Aquatic Chronic 3

HGefahrenhinweise (H-Sätze)

Beschreiben Art und Schweregrad der Gefahr

H315

Verursacht Hautreizungen.

H319

Verursacht schwere Augenreizung.

H412

Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.

Klassifizierung gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Die vollständige Liste der Gefahren- und Sicherheitshinweise finden Sie im Sicherheitsdatenblatt (SDS).

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Hautkontakt

Reizend

Maßnahmen bei Berührung mit der Haut

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P302BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT:
  • +P352Mit viel Wasser waschen.
  • +P361Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.
  • +P313Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Augenkontakt

Reizend

Maßnahmen bei Kontakt mit den Augen

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P305BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN:
  • +P351Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen.
  • +P338Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.
  • +P313Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Allgemeine Maßnahmen

Notruf 112 | Giftnotruf: +49 30 19240 (DE), +33 1 45 42 59 59 (FR), +31 30 274 88 88 (NL)

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen basieren auf der CLP-Einstufung und den zugehörigen P-Sätzen. Sie ersetzen nicht das Sicherheitsdatenblatt (SDB). Konsultieren Sie im Ernstfall immer das vollständige SDB und einen Arzt.

Transport (ADR)

UN-Nummer2967
ADR-Klasse8
VerpackungsgruppeIII
TunnelbeschränkungscodeE
Proper Shipping NameSulfaminsäure
MeeresschadstoffNein

Häufige Fragen

Was ist Sulfamidsäure?

Sulfamidsäure ist eine anorganische chemische Verbindung mit der Formel H3NO3S und einer Molmasse von 97,1 g/mol. Sie gehört zur Gruppe der Aminosulfonsäuren und zeichnet sich durch ihre starken sauren Eigenschaften aus. Die Substanz ist als kristallines, weißes Pulver erhältlich und wird industriell als Säureregulator und Reinigungsmittel eingesetzt. Sulfamidsäure ist wasserlöslich und zeigt eine gute chemische Stabilität unter normalen Lagerbedingungen.

Welche physikalisch-chemischen Eigenschaften hat Sulfamidsäure?

Sulfamidsäure erscheint als weißes, kristallines Pulver ohne charakteristischen Geruch. Die Verbindung ist gut wasserlöslich und bildet klare, saure Lösungen. Sie schmilzt bei etwa 205°C unter Zersetzung und ist hygroskopisch, das bedeutet sie zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Die Substanz ist chemisch stabil unter normalen Bedingungen und zeigt eine starke saure Reaktion in wässrigen Lösungen mit einem niedrigen pH-Wert.

Wofür wird Sulfamidsäure verwendet?

Sulfamidsäure wird hauptsächlich als industrieller Reiniger und Entkalker eingesetzt, besonders für die Reinigung von Metallsystemen und Wärmetauschern. Sie findet Anwendung in der Galvanotechnik, bei der Oberflächenbehandlung von Metallen und als pH-Regulierungsmittel in verschiedenen chemischen Prozessen. Darüber hinaus wird sie in der Textil- und Papierindustrie sowie als Flammschutzmittel-Additiv verwendet. Ihre nicht-korrosive Natur gegenüber Edelstahl macht sie besonders wertvoll.

Wie manipuliert man Sulfamidsäure sicher?

Sulfamidsäure erfordert Schutzhandschuhe und Schutzbrille, da sie Haut- und Augenreizungen verursachen kann (Skin Irrit. 2, Eye Irrit. 2). Arbeiten Sie in gut belüfteten Bereichen oder verwenden Sie Absauganlagen, um Staubbildung zu vermeiden. Tragen Sie langärmelige Kleidung und vermeiden Sie das Einatmen von Staub. Bei größeren Mengen sollten zusätzlich Atemschutz und Schutzkleidung getragen werden. Sorgen Sie für Augenduschen und Notfalleinrichtungen in der Nähe des Arbeitsplatzes.

Wie lagert man Sulfamidsäure korrekt?

Sulfamidsäure sollte in fest verschlossenen Originalbehältern an einem trockenen, kühlen und gut belüfteten Ort gelagert werden. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit, da die Substanz hygroskopisch ist. Lagern Sie getrennt von starken Basen und Oxidationsmitteln. Die Lagertemperatur sollte zwischen 15-25°C liegen. Stellen Sie sicher, dass die Lagerräume den Vorschriften für korrosive Stoffe entsprechen und mit entsprechender Beschilderung versehen sind.

Was tun bei Kontakt mit Sulfamidsäure?

Sulfamidsäure kann Haut- und Augenreizungen verursachen. Bei Hautkontakt sofort mit viel Wasser mindestens 15 Minuten spülen und kontaminierte Kleidung entfernen. Bei Augenkontakt umgehend mit klarem Wasser mindestens 15 Minuten spülen und Kontaktlinsen entfernen. Bei Einatmen an die frische Luft bringen. Falls Beschwerden auftreten oder anhalten, konsultieren Sie einen Arzt und zeigen Sie das Sicherheitsdatenblatt vor. Bei Verschlucken Mund ausspülen und sofort ärztliche Hilfe suchen.

Wie entsorgt man Sulfamidsäure ordnungsgemäß?

Sulfamidsäure muss als Sonderabfall über lizenzierte Entsorgungsunternehmen entsorgt werden. Eine Entsorgung über das normale Abwasser oder den Hausmüll ist nicht zulässig. Sammeln Sie Reste und kontaminierte Materialien in geeigneten, beschrifteten Behältern. Beachten Sie lokale und nationale Abfallvorschriften sowie die Klassifizierung als gewässergefährdender Stoff (Aquatic Chronic 3). Dokumentieren Sie die Entsorgung entsprechend den behördlichen Anforderungen und verwenden Sie den korrekten Abfallschlüssel.

Wie transportiert man Sulfamidsäure?

Sulfamidsäure ist als Gefahrgut der ADR-Klasse 8 (ätzende Stoffe), Verpackungsgruppe III klassifiziert. Der Transport erfordert entsprechende UN-Kennzeichnung und ADR-konforme Verpackung. Fahrzeugführer benötigen einen ADR-Schein und Beförderungspapiere müssen mitgeführt werden. Die Ladung muss gegen Verrutschen gesichert und vor Feuchtigkeit geschützt werden. Beim Transport sind die Vorschriften für korrosive Stoffe einzuhalten, einschließlich Ausrüstung für Notfälle und entsprechender Warntafeln am Fahrzeug.

Unterliegt Sulfamidsäure besonderen Vorschriften?

Sulfamidsäure unterliegt der REACH-Verordnung und muss bei Verwendung über 1 Tonne/Jahr registriert werden. Sie ist nicht als SVHC-Stoff eingestuft. Nach CLP-Verordnung ist sie als haut- und augenreizend sowie gewässergefährdend klassifiziert (Warning-Piktogramm GHS07). Betriebe müssen Sicherheitsdatenblätter bereitstellen und Gefährdungsbeurteilungen durchführen. Je nach Verwendung können zusätzliche nationale Vorschriften wie die Gefahrstoffverordnung oder spezielle Industrierichtlinien gelten.

Wo kann man Sulfamidsäure in Europa kaufen?

Sulfamidsäure ist in Europa über spezialisierte Chemikalienhändler wie OYSI erhältlich. Als europäischer Distributor von chemischen Produkten bietet OYSI Sulfamidsäure in verschiedenen Gebindegrößen für industrielle und professionelle Anwendungen an. Beim Kauf sollten Sie auf vollständige Dokumentation wie Sicherheitsdatenblätter, Analysezertifikate und REACH-Konformität achten. Professionelle Distributoren gewährleisten die ordnungsgemäße Kennzeichnung, Verpackung und können bei technischen Fragen zur Anwendung beraten.

Datenquellen

Klassifizierung gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Daten aus ECHA und PubChem.