Dimethylmercury

C2H6Hg

dimethylmercury

CAS593-74-8
GHS06 Gefahrensymbol: Giftig – Totenkopf mit Knochen
GHS08 Gefahrensymbol: Gesundheitsgefahr – Gesundheitsgefahr
GHS09 Gefahrensymbol: Umweltgefährlich – Umwelt
Danger

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Identifikation

CAS-Nummer
593-74-8
EG-Nummer
209-805-3
UN-Nummer
3383
Index-Nummer
080-007-00-3
PubChem CID
11645

Physikalisch-chemische Eigenschaften

Summenformel
C2H6Hg
Molare Masse
230.66 g/mol
IUPAC-Name
dimethylmercury

Chemische Identifikatoren

InChI
InChI=1S/2CH3.Hg/h2*1H3;
InChI Key
ATZBPOVXVPIOMR-UHFFFAOYSA-N

Überblick

Dimethylmercury (CAS 593-74-8) ist eine hochgiftige organische Quecksilberverbindung mit extremer Neurotoxizität und hoher Umweltgefährlichkeit. Diese organometallische Verbindung mit der Summenformel C2H6Hg und einer molaren Masse von 230,66 g/mol gehört zu den gefährlichsten bekannten Chemikalien und erfordert außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen. Dimethylmercury zeigt eine ausgeprägte Lipophilie, die es dieser Substanz ermöglicht, biologische Membranen einschließlich der Blut-Hirn-Schranke mühelos zu durchdringen. Die Verbindung ist bei Raumtemperatur eine farblose Flüssigkeit mit hohem Dampfdruck. Die Gefahrenklassifizierung als akut toxisch der Kategorien 1 und 2 sowie als spezifisch zielorgantoxisch unterstreicht die extreme Gefährlichkeit dieser Substanz. Die GHS-Piktogramme GHS06, GHS08 und GHS09 warnen vor akuter Toxizität, Gesundheitsgefährdung und Umweltgefährdung. Der Transport erfolgt unter ADR-Klasse 6.1 als Giftstoff. Im Gegensatz zu anderen quecksilberhaltigen Verbindungen wie (2-hydroxyphenoxy)-phenylmercury durchdringt Dimethylmercury selbst dickste Schutzhandschuhe binnen Sekunden. In der Forschung dient Dimethylmercury hauptsächlich als hochspezifisches methylierendes Reagenz in der organischen Synthese sowie als Referenzstandard in der analytischen Chemie. Industrielle Anwendungen finden sich in spezialisierten Katalyseprozessen und bei der Herstellung bestimmter organometallischer Komplexe, wobei der Einsatz aufgrund der extremen Toxizität stark reglementiert ist. OYSI bietet Dimethylmercury für qualifizierte Forschungseinrichtungen und spezialisierte industrielle Anwendungen unter strengsten Sicherheitsauflagen an.

Sicherheit & Klassifizierung

Gefahr
Einstufung:

Acute Tox. 2 *; Acute Tox. 1; Acute Tox. 2 *; STOT RE 2 *; Aquatic Acute 1; Aquatic Chronic 1

HGefahrenhinweise (H-Sätze)

Beschreiben Art und Schweregrad der Gefahr

H330

Lebensgefahr bei Einatmen.

H310

Lebensgefahr bei Hautkontakt.

H300

Lebensgefahr bei Verschlucken.

H373

Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition.

H400

Sehr giftig für Wasserorganismen.

H410

Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Klassifizierung gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Die vollständige Liste der Gefahren- und Sicherheitshinweise finden Sie im Sicherheitsdatenblatt (SDS).

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Einatmen

Lebensgefahr

Maßnahmen bei Einatmen von Dämpfen oder Staub

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P304BEI EINATMEN:
  • +P340Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen.
  • +P311GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Hautkontakt

Lebensgefahr

Maßnahmen bei Berührung mit der Haut

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P302BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT:
  • +P352Mit viel Wasser waschen.
  • +P361Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.
  • +P313Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Verschlucken

Lebensgefahr

Maßnahmen bei versehentlichem Verschlucken

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P301BEI VERSCHLUCKEN:
  • +P330Mund ausspülen.
  • +P331KEIN Erbrechen herbeiführen.
  • +P310Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Allgemeine Maßnahmen

Notruf 112 | Giftnotruf: +49 30 19240 (DE), +33 1 45 42 59 59 (FR), +31 30 274 88 88 (NL)

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen basieren auf der CLP-Einstufung und den zugehörigen P-Sätzen. Sie ersetzen nicht das Sicherheitsdatenblatt (SDB). Konsultieren Sie im Ernstfall immer das vollständige SDB und einen Arzt.

Transport (ADR)

UN-Nummer3383
ADR-Klasse6.1
VerpackungsgruppeI
TunnelbeschränkungscodeC/D
Proper Shipping NameDimethylquecksilber
MeeresschadstoffNein

Häufige Fragen

Was ist Dimethylquecksilber?

Dimethylquecksilber ist eine hochgiftige organometallische Verbindung mit der Formel C2H6Hg und der CAS-Nummer 593-74-8. Diese Substanz mit einer Molmasse von 230,66 g/mol gehört zu den gefährlichsten Quecksilberverbindungen und ist als akut toxisch der Kategorie 1 und 2 klassifiziert. Sie trägt das Gefahrensignal "Danger" und die GHS-Piktogramme für Toxizität (GHS06), Gesundheitsgefahr (GHS08) und Umweltgefahr (GHS09).

Welche physikalisch-chemischen Eigenschaften hat Dimethylquecksilber?

Dimethylquecksilber ist eine farblose, flüchtige Flüssigkeit bei Raumtemperatur mit charakteristischem Geruch. Die Verbindung ist lipophil und kann leicht durch Haut, Handschuhe und andere Materialien penetrieren. Sie ist in organischen Lösungsmitteln gut löslich, aber nur begrenzt wasserlöslich. Aufgrund ihrer hohen Flüchtigkeit bildet sie schnell gefährliche Dämpfe, die bereits in geringsten Konzentrationen extrem toxisch sind.

Wofür wird Dimethylquecksilber verwendet?

Dimethylquecksilber wird hauptsächlich in der wissenschaftlichen Forschung als Referenzstandard und in der analytischen Chemie verwendet. In der NMR-Spektroskopie dient es als Kalibrierungsstandard. Aufgrund seiner extremen Toxizität ist der Einsatz streng reguliert und auf spezialisierte Labore beschränkt. Industrielle Anwendungen sind praktisch nicht existent, da sicherere Alternativen verfügbar sind. Der Umgang erfordert höchste Sicherheitsmaßnahmen und entsprechende Fachkenntnisse.

Wie handhabt man Dimethylquecksilber sicher?

Dimethylquecksilber erfordert höchste Sicherheitsvorkehrungen, da es durch alle Standard-Handschuhe penetriert und bereits kleinste Mengen tödlich sind. Die Arbeit muss in einem gut belüfteten Abzug oder unter Schutzatmosphäre erfolgen. Spezielle Handschuhe aus Silber-beschichtetem Material oder mehrlagige Handschuhsysteme sind erforderlich. Vollständige Schutzkleidung, Augenschutz und Atemschutz sind unerlässlich. Nur ausgebildetes Personal darf mit dieser Substanz arbeiten.

Wie lagert man Dimethylquecksilber korrekt?

Dimethylquecksilber muss in speziellen, dicht verschlossenen Behältern aus geeignetem Material bei kontrollierter Temperatur gelagert werden. Die Lagerung erfolgt in gut belüfteten, sicheren Bereichen mit begrenztem Zugang nur für autorisiertes Personal. Inkompatibilitäten mit oxidierenden Stoffen und starken Säuren sind zu beachten. Die Behälter müssen regelmäßig auf Unversehrtheit geprüft werden. Ein Notfallplan für Leckagen muss vorhanden sein.

Was tun bei Kontakt mit Dimethylquecksilber?

Dimethylquecksilber ist extrem gefährlich und erfordert sofortige medizinische Notfallbehandlung bei jeglichem Kontakt. Bei Hautkontakt sofort alle kontaminierte Kleidung entfernen und betroffene Stellen ausgiebig mit Wasser spülen. Bei Einatmen sofort an die frische Luft bringen und Atemwege freihalten. Augenkontakt erfordert sofortiges Spülen mit viel Wasser. In allen Fällen ist unverzüglich der Notarzt zu verständigen und eine spezialisierte Giftnotrufzentrale zu kontaktieren.

Wie entsorgt man Dimethylquecksilber ordnungsgemäß?

Dimethylquecksilber muss als Sondermüll über spezialisierte Entsorgungsunternehmen für gefährliche Abfälle entsorgt werden. Eine eigenständige Entsorgung ist strengstens verboten. Alle Behälter, kontaminierte Materialien und Schutzausrüstung müssen als gefährlicher Abfall behandelt werden. Die Entsorgung erfordert spezielle Dokumentation und Verfolgung gemäß den geltenden Abfallbestimmungen. Kontaktieren Sie zertifizierte Entsorger für quecksilberhaltige Verbindungen.

Wie transportiert man Dimethylquecksilber?

Dimethylquecksilber ist als Gefahrgut der ADR-Klasse 6.1, Verpackungsgruppe I klassifiziert und unterliegt strengsten Transportvorschriften. Der Transport erfordert spezielle UN-zugelassene Verpackungen, entsprechende Kennzeichnung und Begleitdokumente. Nur ausgebildete Gefahrgutbeauftragte und spezialisierte Transportunternehmen dürfen diese Substanz befördern. Besondere Vorsichtsmaßnahmen bezüglich Temperaturkontrolle und Notfallausrüstung sind erforderlich. Die Transportmengen sind streng limitiert.

Unterliegt Dimethylquecksilber besonderen Regelungen?

Dimethylquecksilber unterliegt strengsten regulatorischen Kontrollen unter REACH, CLP und nationalen Chemikaliengesetzen. Als hochgiftige Quecksilberverbindung ist sie in vielen Anwendungen eingeschränkt oder verboten. Spezielle Genehmigungen und Meldepflichten können erforderlich sein. Die Substanz fällt unter verschärfte Überwachung bezüglich Umwelt- und Gesundheitsschutz. Anwender müssen alle relevanten Sicherheitsdatenblätter beachten und entsprechende Risikobewertungen durchführen.

Wo kann man Dimethylquecksilber in Europa kaufen?

Dimethylquecksilber ist aufgrund seiner extremen Gefährlichkeit nur über spezialisierte Chemikaliendistributoren wie OYSI erhältlich. Als europäischer Distributor für technische Chemikalien kann OYSI Sie bezüglich Verfügbarkeit und regulatorischer Anforderungen beraten. Der Erwerb erfordert entsprechende Nachweise der fachlichen Qualifikation und Sicherheitsausrüstung. Kontaktieren Sie OYSI für detaillierte Informationen zu Bezugsmöglichkeiten und den erforderlichen Dokumentationen für diese hochregulierte Substanz.

Datenquellen

Klassifizierung gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Daten aus ECHA und PubChem.