Disodium;sulfanide

HNa2S+

disodium;sulfanide

CAS1313-82-2
GHS06 Gefahrensymbol: Giftig – Totenkopf mit Knochen
GHS05 Gefahrensymbol: Ätzend – Ätzwirkung
GHS09 Gefahrensymbol: Umweltgefährlich – Umwelt
Danger

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Identifikation

CAS-Nummer
1313-82-2
EG-Nummer
215-211-5
UN-Nummer
1849
Index-Nummer
016-009-00-8
PubChem CID
237873

Physikalisch-chemische Eigenschaften

Summenformel
HNa2S+
Molare Masse
79.06 g/mol
IUPAC-Name
disodium;sulfanide

Chemische Identifikatoren

InChI
InChI=1S/2Na.H2S/h;;1H2/q2*+1;/p-1
InChI Key
VDQVEACBQKUUSU-UHFFFAOYSA-M

Überblick

Disodium sulfanide (CAS 1313-82-2) ist eine anorganische Natriumverbindung mit stark alkalischen und korrosiven Eigenschaften. Diese chemische Verbindung, auch unter der IUPAC-Bezeichnung disodium sulfanide bekannt, gehört zur Gruppe der Alkalisulfide und weist die Molekularformel HNa2S+ bei einer Molmasse von 79,06 g/mol auf. Die EC-Nummer 215-211-5 kennzeichnet diese Substanz eindeutig im europäischen Chemikalienregister. Aufgrund ihrer ausgeprägten Reaktivität und Toxizität wird sie gemäß CLP-Verordnung als gefährlicher Stoff der Klasse "Danger" eingestuft. Die Sicherheitseigenschaften von Disodium sulfanide erfordern besondere Aufmerksamkeit in der industriellen Handhabung. Die Klassifizierung umfasst akute Toxizität (Acute Tox. 3 und 4), schwere Hautverätzungen (Skin Corr. 1B) sowie akute Gewässergefährdung (Aquatic Acute 1). Die zugehörigen GHS-Piktogramme GHS06, GHS05 und GHS09 verdeutlichen die Gefahren für Gesundheit, Korrosivität und Umwelt. Als ADR-Klasse 8 Stoff unterliegt die Substanz strengen Transportvorschriften. In der chemischen Industrie findet Disodium sulfanide vielseitige Anwendung, insbesondere in der Metallurgie als Reduktionsmittel und in der organischen Synthese als Schwefelquelle. Anders als spezialisierte Thiazol-Derivate wie 2-chloro-5-(chloromethyl)-1,3-thiazole wird es hauptsächlich für anorganische Prozesse eingesetzt. Die Verbindung dient auch als Zwischenprodukt bei der Herstellung verschiedener Schwefelverbindungen und in der Lederindustrie für Enthaarungsprozesse. OYSI stellt Ihnen Disodium sulfanide in verschiedenen technischen Qualitäten für Ihre industriellen Anwendungen zur Verfügung.

Sicherheit & Klassifizierung

Gefahr
Einstufung:

Acute Tox. 3 *; Acute Tox. 4 *; Skin Corr. 1B; Aquatic Acute 1

HGefahrenhinweise (H-Sätze)

Beschreiben Art und Schweregrad der Gefahr

H311

Giftig bei Hautkontakt.

H302

Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H314

Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

H400

Sehr giftig für Wasserorganismen.

Klassifizierung gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Die vollständige Liste der Gefahren- und Sicherheitshinweise finden Sie im Sicherheitsdatenblatt (SDS).

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Hautkontakt

Giftig

Maßnahmen bei Berührung mit der Haut

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P302BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT:
  • +P352Mit viel Wasser waschen.
  • +P361Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.
  • +P313Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Augenkontakt

Gesundheitsschädlich

Maßnahmen bei Kontakt mit den Augen

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P305BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN:
  • +P351Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen.
  • +P338Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.
  • +P313Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Verschlucken

Gesundheitsschädlich

Maßnahmen bei versehentlichem Verschlucken

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • +P301BEI VERSCHLUCKEN:
  • +P330Mund ausspülen.
  • +P331KEIN Erbrechen herbeiführen.
  • +P310Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

Zugehörige Gefahrenhinweise:

Allgemeine Maßnahmen

Notruf 112 | Giftnotruf: +49 30 19240 (DE), +33 1 45 42 59 59 (FR), +31 30 274 88 88 (NL)

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen basieren auf der CLP-Einstufung und den zugehörigen P-Sätzen. Sie ersetzen nicht das Sicherheitsdatenblatt (SDB). Konsultieren Sie im Ernstfall immer das vollständige SDB und einen Arzt.

Transport (ADR)

UN-Nummer1849
ADR-Klasse8
VerpackungsgruppeII
TunnelbeschränkungscodeE
Proper Shipping NameNatriumsulfid, hydratisiert, Kristallwasser >= 30 %, fest
MeeresschadstoffNein

Häufige Fragen

Was ist Dinatriumsulfanid?

Dinatriumsulfanid ist eine anorganische chemische Verbindung mit der Formel HNa2S+ und der CAS-Nummer 1313-82-2. Diese Substanz hat eine Molmasse von 79,06 g/mol und gehört zu den Sulfidverbindungen. Es handelt sich um ein hochreaktives Material, das als gefährlich eingestuft wird und besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang erfordert. Die Verbindung zeigt korrosive Eigenschaften und ist sowohl für Menschen als auch für die Umwelt schädlich.

Welche physikalisch-chemischen Eigenschaften hat Dinatriumsulfanid?

Dinatriumsulfanid ist eine ionische Verbindung mit stark basischen und nukleophilen Eigenschaften. Die Substanz ist typischerweise hygroskopisch und reagiert heftig mit Wasser unter Bildung von Natriumhydroxid und Schwefelwasserstoff. Sie zeigt eine hohe Reaktivität gegenüber Säuren und oxidierenden Substanzen. Aufgrund ihrer ionischen Struktur ist die Verbindung in polaren Lösungsmitteln löslich und neigt zur Hydrolyse in feuchter Umgebung.

Wofür wird Dinatriumsulfanid verwendet?

Dinatriumsulfanid wird hauptsächlich als Reduktionsmittel und Nukleophil in der organischen Synthese eingesetzt. Es findet Anwendung bei der Herstellung von Thiolen, Sulfiden und anderen schwefelhaltigen Verbindungen. In der Metallurgie kann es zur Sulfidierung von Metalloberflächen verwendet werden. Weitere industrielle Anwendungen umfassen die Verwendung als Reagenz in analytischen Verfahren und als Zwischenprodukt in der pharmazeutischen und chemischen Industrie.

Wie manipuliert man Dinatriumsulfanid sicher?

Dinatriumsulfanid erfordert strikte Sicherheitsmaßnahmen aufgrund seiner Klassifizierung als akut toxisch (Kat. 3 und 4) und hautätzend (1B). Tragen Sie immer säurebeständige Handschuhe, Schutzbrille und Laborkittel. Arbeiten Sie ausschließlich unter einem gut belüfteten Abzug oder in einem belüfteten Bereich. Vermeiden Sie jeden direkten Hautkontakt und das Einatmen von Dämpfen. Halten Sie Löschgeräte bereit und sorgen Sie für sofortige Notfallmaßnahmen bei Exposition.

Wie lagert man Dinatriumsulfanid korrekt?

Dinatriumsulfanid muss in trockenen, gut belüfteten Räumen bei stabiler Temperatur gelagert werden. Verwenden Sie dicht verschlossene, korrosionsbeständige Behälter und schützen Sie das Material vor Feuchtigkeit und Säuren. Lagern Sie es getrennt von oxidierenden Substanzen, Säuren und brennbaren Materialien. Der Lagerbereich sollte über geeignete Auffangwannen verfügen und für unbefugte Personen unzugänglich sein. Regelmäßige Kontrollen der Behälter auf Korrosion sind erforderlich.

Was tun bei Kontakt mit Dinatriumsulfanid?

Bei Hautkontakt mit Dinatriumsulfanid spülen Sie die betroffene Stelle sofort mindestens 15 Minuten lang mit reichlich Wasser und entfernen Sie kontaminierte Kleidung. Bei Augenkontakt spülen Sie die Augen kontinuierlich mit Wasser und konsultieren Sie sofort einen Arzt. Bei Verschlucken nicht erbrechen lassen, Mund ausspülen und sofort medizinische Hilfe rufen. Bei Einatmung bringen Sie die Person an die frische Luft und sorgen Sie für ärztliche Betreuung.

Wie entsorgt man Dinatriumsulfanid ordnungsgemäß?

Dinatriumsulfanid muss als Sonderabfall über lizenzierte Entsorgungsunternehmen entsorgt werden. Mischen Sie es niemals mit anderen Chemikalien und neutralisieren Sie es nicht eigenmächtig. Verwenden Sie die ursprünglichen oder gleichwertige Behälter für die Abgabe. Die Entsorgung muss den örtlichen Abfallbestimmungen und EU-Richtlinien entsprechen. Dokumentieren Sie die Entsorgung ordnungsgemäß und bewahren Sie alle Belege auf. Kleine Mengen können nach vorheriger Neutralisation durch Fachpersonal entsorgt werden.

Wie transportiert man Dinatriumsulfanid?

Dinatriumsulfanid ist als ADR Klasse 8 (ätzende Stoffe) der Verpackungsgruppe II klassifiziert und unterliegt strengen Transportvorschriften. Verwenden Sie ausschließlich zugelassene Verpackungen und kennzeichnen Sie alle Sendungen mit den entsprechenden Gefahrgutetiketten (UN-Nummer und Klassifizierung). Der Transport darf nur durch geschultes Personal mit gültiger ADR-Bescheinigung erfolgen. Transportdokumente müssen vollständig ausgefüllt sein und Notfallinformationen enthalten.

Unterliegt Dinatriumsulfanid besonderen Vorschriften?

Dinatriumsulfanid unterliegt der EU-CLP-Verordnung mit der Kennzeichnungspflicht durch Piktogramme GHS06, GHS05 und GHS09 sowie dem Signalwort 'Danger'. Es ist nicht als SVHC-Substanz gelistet, unterliegt aber dennoch den REACH-Bestimmungen für Registrierung und Verwendung. Anwender müssen Sicherheitsdatenblätter bereitstellen und entsprechende Risikobewertungen durchführen. Je nach Verwendungszweck können zusätzliche nationale oder branchenspezifische Vorschriften gelten.

Wo kann man Dinatriumsulfanid in Europa kaufen?

Dinatriumsulfanid können Sie bei OYSI, einem etablierten europäischen Distributor für technische Chemikalien, beziehen. OYSI bietet professionelle Beratung zu Handhabung, Transport und regulatorischen Anforderungen. Als spezialisierter Anbieter gewährleistet OYSI die ordnungsgemäße Dokumentation und Kennzeichnung gemäß EU-Vorschriften. Kontaktieren Sie OYSI für detaillierte Produktinformationen, Verfügbarkeit und maßgeschneiderte Lieferlösungen für Ihre spezifischen Anforderungen.

Datenquellen

Klassifizierung gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008. Daten aus ECHA und PubChem.